Ravi Shankar

Schon als Kind hatte Ravi Shankar (geb. 07.04.1920 in Benares) Kontakt nach Europa. 1930 - im Alter von 10 Jahren - reiste er nach Paris als Mitglied einer Gruppe von indischen TänzerInnen und MusikerInenn, die sein Bruder Uday Shankar zusammen gestellt hatte. Dort lebte er in einer Atmosphäre voller Musik und Kreativität, erlernte verschiedene indische Instrumente, besuchte eine französische Schule, hörte westliche Klassik und Jazz.  Zu dieser Gruppe kam während einer späteren Tournee in Frankreich und England auch Allauddin Khan (der Vater von Ali Akbar Khan) dabei. Ravi Shankar wurde sein Schüler und erlernte zusammen mit Ali Akbar Khan die indische klassiche Musik und das Spiel der Sitar. 
Einige Jahres später heiratete er Allaudins Tochter Annapurna Devi (selbst herausragende MusikerIn, die aber nur sehr selten in der Öffentlichkeit auftrat). 
Den englischen Geiger Yehudi Menuhin lernte er zum ersten Mal 1951 in Indien kennen. An einer Einladung nach Amerika 1955 konnte Ravi Shankar nicht teilnehmen und schickte statt dessen Ali Akbar Khan; 1966 spielte Ravi Shankar mit Yehudi Menuhin sein erstes öffentliches Duett). 
1954 trat Ravi Shankar mit Radio All-India als Mitglied der ersten indischen Kulturdelegation, die vom unabhängigen Staat Indien, ins Ausland gesandt wurde, in Moskau auf. In dieser Zeit entstand bei ihm der Wunsch, indische Musik im Westen bekannt zu machen. Zusammen mit dem Tabla-Spieler Chatur Lal reiste er 1959 nach Europa. Fortan war er in Europa und Amerika als Vertreter indischer Musik zu hören. Er spielte nicht nur, sondern erklärte vor dem Konzert die Grundlagen der klassischen indischen Musik. 
Über 25 Jahre Ravi Shankar zusammen mit Alla Rakha, der ihn auf der Tabla begleitete. Von Mitte der sechziger Jahre bis Ende der siebziger Jahre, war diese musikalischen Partner der Inbegriff indischer Musik in Europa und Amerika und Gäste auf so großen Festivals wie dem "Monterey International Pop Festival" 1967, dem legendären "Woodstock-Festival" 1969 und zusammen mit Ali Akbar Khan auf dem "Concert For The People Of BanglaDesh" 1971. Organisator dieses Konzertes war das Beatles-Mitglied George Harrison, der bereits viele Jahre bei Ravi Shankar Sitar-Unterricht nahm und einen engen Kontakt aufgebaut hatte. Ein weiterer Schüler Ravi Shankar war der bereits verstorbene amerikanische Jazz-Musiker Colin Walcott
Es folgten eine Reihe von Kooperationen mit anderen MusikerInnen (u.a. Philip Glass) mit dem ständigen Interesse, der indische Musik die Anerkennung und den festen Platz in der Welt der Musik zu schaffen.

records:
Ravi Shankar "Menuhin Meets Shankar" 1966/68
Ravi Shankar "Improvisations" 1969
Ravi Shankar "Shankar Family & Friends" 1974
Ravi Shankar & Philip Glass "Passages" 1990
Anoushkar Shankar & Karsh Kale "Breathing Under Water" 2007